Teilemanagement mit OpenEDM

Der Teilestammsatz (TSS) entspricht dem Artikel- oder Materialstammsatz in einem ERP-System. Die Hauptaufgabe des Teilestammsatzes ist es, ein Teil mit allen seinen Merkmalen eindeutig zu beschreiben. Hierzu gehören u.a.

  • beschreibende Attribute
    Teilenummer, Benennung, Typ (Einzelteil, Baugruppe...) etc
  • Informationen über Farbe, Werkstoff und Oberflächenbeschaffenheit
    Verweise auf Eigenschaftsseiten von Farb,-Werkstoff und Oberflächenobjekten
  • Organisatorische Daten
    Welche Nummer/Benennung/... hat das Teil bei Kunden, Zulieferern etc.
  • klassifizierende Eigenschaften
    Klassensystem nach DIN 4000 mit Mehrfachklassifizierung und Verweisen
  • beschreibende Dokumente
    Verweise auf Elemente des Dokumentmanagement wie Zeichnungen, Dokumentationen etc.
  • die Produktstruktur mit unterschiedlichen Sichten
    Einzelteile und Unterbaugruppen, aus denen der Teilestamm besteht

Diese Informationen machen den Teilestamm zu einem universellen Anlaufpunkt, um Informationen über Produkte und Komponenten zu erhalten. Aus dem Teilestamm heraus können Sie über einen Mausklick auf alle Detailinformationen zugreifen.

TSS Grunddaten
TSS-Grunddaten

Teilestamm Freigabedialog
TSS-Freigabe und Änderungswesen

Die Gültigkeit von Teilen wird über die Lebenszyklusattribute beschrieben. Diese sind

  • Revision
    Diese wird erhöht bei jedem Freigabe-Änderungszyklus
  • Version
    Diese repräsentiert einen Arbeitsstand innerhalb einer Revision
  • Freigabephase
    Gibt an, on das Element in Arbeit, in Prüfung oder freigegeben ist.
  • Freigabestatus
    Gibt an, welchen Reifegrad das Objekt hat ( Vorentwicklung, Detailkonzept, Serienreif...)
  • Geprauchsphase
    Gibt standortbezogen den Gebrauch des Objekts an (inaktiv, Produktionseinlauf, aktiv...)

Nur mit diesen Informationen lässt sich der Produktlebenszyklus eindeutig beschreiben und auch nachvollziehen. Sie sind die Voraussetzung, um TSS-Informationen mit anderen Systemen (z.B. ERP) prozessgesteuert auszutauschen. So wird es dann auch dort möglich, verschiedene Teile-Stände zu unterscheiden und entsprechend zu behandeln.

Die Produktstruktur

Die Produktstruktur beschreibt, aus welchen Komponenten ein Teil besteht. Auf der ERP-Seite ist dies die Stückliste. In OpenEDM beinhaltet die Produktstruktur jedoch eine Menge mehr. Grundsätzlich unterstützt OpenEDM das sogenannte Sichtenmodell. Dies bedeutet, dass eine Baugruppe u.U. eine Konstruktionssicht hat welche beschreibt, wie sich die Baugruppe konstruktiv zusammensetzt. Dann kann die Baugruppe eine oder mehrere Montagesichten haben. Diese Struktur ist eher produktionsorientiert und beinhaltet oft gesonderte Montagebaugruppen um die Produktionsschritte zu optimieren. Weiterhin kann es z.B. Ersatzteilsichten geben, aus der mögliche Ersatzteilkomponenten eines Produkts hervorgehen.

Produktstruktur Darstellung
Einstellung der Zeitachse

Produktstruktur Baumansicht
Baumansicht

Die Produktstruktur in OpenEDM unterliegt einer Zeitachse, um nicht nur freigegebene Zustände sondern auch den Entstehungsprozess historisch sowie Planungen in der Zukunft abbilden zu können. Über eine Zeitraum-Darstellungen können sehr schnell und einfach Änderungen anhand der Ein-und Auslauftermine nachvollzogen werden.

Über die Baumansicht bleibt selbst in sehr großen Produktstrukturen die Übersicht gewahrt. Die Teileverwendung bietet Filter zur Darstellung von

  • direkte Verwendung
    zeigt nur die jeweils übergeordneten Baugruppe an
  • Fertigprodukt
    zeigt nur die Endprodukte in der Hierarchie an
  • vollständige Verwendung
    zeigt die gesamte Verwendungskette an bis zum Endprodukt

Klassifizierung und Sachmerkmale

Mit einem konsistenten Klassensystem lässt sich die Recherche und das Wiederfinden von Teilen in einem Unternehmen positiv beeinflussen. Mit jedem Teil, welches neu entwickelt werden muss, weil gleiches oder ähnliches nicht im Bestand gefunden wurde verschwenden Sie kostbare Zeit und Geld.

Mit OpenEDM können Sachmerkmalleisten und Klassensysteme nach DIN 4000 verwaltet werden. Die typische Strukturierung hierbei ist

  • Standardnorm der Klassifikation
    Teilschlüssel der Stufe I
  • Gegenstandsgruppen
    Teilschlüssel der Stufe II
  • Teilefamilien
    Teilschlüssel der Stufe III
  • Teileklassen
    Vollschlüssel der Stufe IV

Klassensystem
Klassensystem

SML Recherche
SML-Recherche

OpenEDM bedient sich hierbei den Objektklassen Teilschlüssel und Vollschlüssel, sodass letztlich jede beliebige Strukturierung im Klassensystem möglich ist.

An jedem Hierarchieelement lassen sich Sachmerkmale verknüpfen, die an die entsprechenden untergeordneten Schlüssel weitervererbt werden.

Mittels Mehrfach-Klassifizierung kann ein Teil unterschiedlichen Klassen zugeordnet werden. Über Querverweise im Klassenbaum lassen sich "Meinten Sie" Beziehungen herstellen, um die Anwender auf mögliche Alternativen aufmerksam zu machen.

 

 

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